Geschwister-Scholl-Grundschule
Der Vorsitzende des Preisgerichts, Uwe Wittig, lobt den Siegerentwurf: „Die innere Organisation bietet einer zukunftsorientierten Pädagogik Raum und Flexibilität zur freien Entfaltung.“
Die Bildungsblume
Im offenen Wettbewerb für den Neubau der Geschwister-Scholl-Grundschule in Rathenow konnte sich das Konzept der Bildungsblume gegen 148 andere Entwürfe durchsetzen. Die neue Grundschule in Rathenow ist als adaptives Gebäude konzipiert, das sich an den bestehenden nachbarschaftlichen Strukturen orientiert. Der dreigeschossige Baukörper öffnet qualitätsvolle Freibereiche nach allen Seiten. Diese sind Teil des pädagogischen Konzepts: als Bewegungsraum, als Orte der Begegnung, als Verwebung zwischen Innen- und Außenraum. Im Erdgeschoss liegen gemeinschaftlich genutzte Bereiche wie die Mensa, Bibliothek und Mehrzweckräume. Die beiden Obergeschosse gliedern sich in klare Einheiten für den allgemeinen Unterricht. Jedes Compartment bildet eine kleine schulische Gemeinschaft mit eigenem Zentrum und kurzen Wegen.
Fläche und Funktion
Die Positionierung der Schule auf dem Grundstück ermöglicht den Erhalt bestehender Frei- und Sportflächen. Nicht mehr benötigte Zonen werden entsiegelt und als altersgerechte Spielflächen gestaltet. Auch die Sandfläche im Nordwesten bleibt erhalten. Durch die Setzung der Baukörper entstehen differenzierte Außenräume in direkter Gebäudenähe: ein einladender Vorplatz, eine Terrasse vor Mehrzwecksaal und Mensa, ein Schulgarten mit Anschluss an den Bewegungsraum. Terrassen und Loggien, zugänglich über die Foren der Compartments, erweitern das Angebot in die oberen Geschosse.
Struktur und Oberfläche
Die Schule wird als Holzbau geplant. Das Tragwerk besteht aus Stützen und Trägern aus Brettschichtholz. Decken und Wände werden aus vorgefertigten Holzelementen gefertigt, was für ein warmes Raumgefühl sorgt und kurze Bauzeiten ermöglicht.
Die Holzoberflächen bleiben im Innenraum weitgehend sichtbar und sorgen für eine warme, freundliche Atmosphäre. Ergänzend werden Materialien verwendet, die gut recycelbar sind. Die Fassade aus rot lasiertem Lärchenholz erinnert in ihrer Farbgebung an die Backsteingebäude der Stadt und verweist gleichzeitig auf den natürlichen Baustoff.
Offenheit und Orientierung
Der Bildungsbau arbeitet mit offenen Raumkonzepten, die Begegnung und Rückzug gleichermaßen ermöglichen. Lernlandschaften, Marktplätze und großzügige Multifunktionszonen fördern eine flexible Nutzung im Alltag. Je nach Stimmung, Lernform oder Gruppenkonstellation. Zugleich sorgt das Compartment-Prinzip für klare Strukturen. In überschaubaren Einheiten mit kurzen Wegen entstehen Räume, die Kinder in ihrer Entwicklung begleiten. Offen, aber nicht beliebig. Jeder Bereich bietet unterschiedliche Zonen vom stillen Arbeiten bis zum gemeinsamen Spiel.
Innen und Außen
Drei Compartments gruppieren sich um eine gemeinsame Mitte, die als Erschließungszone alle Bereiche verbindet. Jedes Compartment ist eigenständig organisiert und bietet Raum für Rückzug, Gruppenarbeit und gemeinsames Lernen.
Die Freiräume der Schule werden durch die Anordnung des Baukörpers gegliedert. Terrassen im ersten Obergeschoss bieten zusätzliche Aufenthaltsflächen im Freien. Grüne Loggien erweitern die Compartments nach außen und stärken die Verbindung von Innen- und Außenraum.
- Année
- 2026
- Project Status
- Design
- Équipe
- Martin Belkovsky, Julian Heinen, Dorotea Malnar, Iva Maneva, Přemysl Zhoř
- Wettbewerb 2026
- 1. Preis




